Priesterweihe

 

Die Priesterweihe
Als Jesus am See von Galiläa entlangging,sah er Simon und Andreas,den Bruder des Simon,die auf dem See ihr Netz auswarfen;sie waren nämlich Fischer.Da sagte er zu ihnen:Kommt her, folgt mir nach!Ich werde euch zu Menschenfischern machen.Sogleich ließen sie ihre Netze liegenUnd folgten ihm.Als er ein Stück weiterging,sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus,und seinen Bruder Johannes;sie waren im Boot und richteten ihre Netze her.Sofort rief er sie,und sie ließen ihren Vater Zebedäusmit seinen Tagelöhnern im Boot zurückund folgten Jesus nach.(Mk 1,16-20)

Gelebt und erfahren
Das ist das Geheimnis des Rufes, der Berufung – ein Geheimnis, welches das Leben jedes Christen angeht, das aber bei denen deutlicher hervortritt, die Christus einlädt, alles zu verlassen, um ihm in engerer Verbindung nachzufolgen: … „Herr, warum gerade ich?“ Doch die Liebe kennt kein „warum“, sie ist ein geschuldetes Geschenk, auf das man mit dem Geschenk seiner selbst antwortet.

(Papst Benedikt XVI. beim Treffen mit den Seminaristen auf dem Weltjugendtag in Köln, St. Pantaleon, 2005) Wozu wird der Priester geweiht?

Theologische Grundlage
„Allein Christus ist wahrer Priester, die anderen sind seine Diener.’“ (Hl. Thomas von Aquin)Das Priestertum der Kirche gründet auf dem Priester Jesus Christus. Er will dass sein Werk der Erlösung weiter wächst und der göttliche Heilsplan vielfache Frucht bringt. Zwei Sakramente dienen dabei in besonderer Weise dem Aufbau des Volkes Gottes und geben ihm eine Grundordnung: das Sakrament der Ehe legt in der verbindlichen Liebe zwischen Mann und Frau das Fundament eines schöpferischen und friedenstiftenden Lebens. Das Sakrament der Priesterweihe legt in der freiwilligen Übernahme der Sendung Christi das Fundament einer Heil stiftenden Gemeinschaft.
Durch die sakramentale Weihe verbindet sich Christus in einzigartiger Weise mit dem Priester und befähigt ihn dadurch, in seinem Namen zu sprechen und zu handeln. Er wird gesandt, sein Wirken fortzuführen und als sein Mitarbeiter der Kirche zu dienen. Die Kraft dazu verleiht ihm der Heilige Geist,der bei der Priesterweihe in besonderer Weise für die Berufenen erfleht wird. Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist groß,aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn. Er ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden.(Lk 10,2)

Priester werden
Der Gedanke Priester zu werden, wird wohl den allermeisten katholischen Jungen einmal durch de Kopf und durchs Herz gehen, wenn sie als Ministrant das heilige Geschehen entdecken, in dessen Nähe sie ihren Dienst tun dürfen, oder wenn sie erleben, wied er Pfarrer sie für eine Aufgabe im Leben der Pfarrgemeinde brauchen kann.
Jeder Priester wird sich freuen, wenn er nach seinem Werdegang gefragt wird, und noch mehr, wenn sich hinter so einer Frage das Interesse abzeichnet, selbst einen kirchlichen Beruf zu erwägen, womöglich sogar den Priesterberuf. Interessierte können jeden Priester ihres Vertrauens ansprechen oder sich direkt an die zuständigen Stellen ihres Bistums wenden. In allen Bistümern gibt es eine Stelle „Berufe der Kirche“ oder das „Päpstliche Werk für geistliche Berufe“. Dort erhält man kompetente Beratung für alle pastoralen und kirchlichen Berufe.
Quelle: Erzb. Ordinariat München, Sakramente im Leben der Familie, Priesterweihe, München 2007